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Päppeln
Bei Auftreten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Tieres stets den
Tierarzt aufsuchen.
Hin und wieder kann
es nötig werden, das kranke Meerschwein zusätzlich zum normalen
Nahrungsangebot zuzufüttern bzw. bei Nahrungsverweigerung unter Zwang
zufüttern.
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Zufüttern
ohne Zwang
Nimmt das
Meerschweinchen zwar zögerlich (evtl. aufgrund von Kauproblemen) Nahrung,
aber immerhin selbständig zu sich, kann man dem Tier geraspeltes Saftfutter eingeweichten Pellets,
Extrudate oder die unten genannten Brei-Arten in einer Schüssel anbieten.
Mehr zum Thema:
Kleine Helfer
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Füttern
unter Zwang
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Hilfsmittel:

Bei
Nahrungsverweigerung (sowie auch bei Medikamentengabe) haben sich die sog.
Insulin-Spritzen (1 ml; natürlich ohne
Nadel) bewährt. Sie sind leicht zu handhaben und es kann nicht
versehentlich zuviel Nahrungsbrei in das Mäulchen gespritzt werden. Ein
Menge von ca. 0,5 ml - 1 ml pro Schub sind
für ein ausgewachsene Meerschweinchen angenehm zu schlucken, ohne dass
der Brei wieder hinausläuft oder sich das Schweinchen gar daran
verschluckt.
Sind im Brei gröbere Bestandteile enthalten (gehäckseltes Heu z.B.)
schneidet man die Spitze der Spritze mit einem Messer ab und erweitert
durch Ausschaben ein wenig die Öffnung.
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Vorgehensweise:
Wenn das geschwächte Meerschweinchen die Nahrungsaufnahme verweigert,
lässt
sich der Päppelbrei meist nur unter Zwang einflößen.
Und so funktioniert es:
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man setzt das Meerschweinchen seitlich vor sich,
Hinterteil nach links, Kopf nach rechts
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anschließend greift man mit der linken Hand
von hinten über den Kopf des Tieres und fasst mit Zeigefinger und
Daumen den Oberkiefer, knapp hinter den Schneidzähnen, die Handinnenfläche
kommt auf dem Schädel zu liegen
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nun wird die Schnauze leicht nach oben angehoben
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mit der rechten Hand führt man die mit Nahrungsbrei gefüllte Spritze
hinter den Schneidzähnen, seitlich ins Mäulchen,
Richtung Schlund ein; die Spitze der Spritze kann ruhig vollständig im
Maul verschwinden, da ist eine Menge Platz
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immer nur soviel Nahrung pro Schub eingeben, wie
abgeschluckt werden kann; nicht mehr als 0,5 ml bis max. 1 ml pro Schub
(beim erwachsenen Schweinchen) eingeben
Wenn sich das Meerschweinchen partout nicht möchte, das Päppeln an einem
späteren Zeitpunkt fortsetzen.
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Menge
und Häufigkeit:
Es heißt, dass der Magen eines erwachsenen Meerschweinchens etwa 30 ml
fasst. Das bedeutet für den Pfleger, dass diese Menge pro Fütterung nicht
überschritten werden soll, um Schäden verhindern.
Isst das Meerschweinchen nicht selbstständig, sollte so oft es geht in
kleineren Portionen gepäppelt werden. Mindestens jedoch 3 x pro Tag soviel
wie geht (etwa 20 - 30 ml/Portion).
- Päppelbrei-Zutaten:
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Heilnahrung für Säuglinge

Bei mir hat sich als Päppelbrei Heilnahrung für Säuglinge (Pulver zum
Anrühren; gibt es im Supermarkt bei der Säuglingsnahrung) bewährt. Sowohl
bei der Aufzucht von Baby-Meerschweinchen als auch beim Aufpäppeln
geschwächter erwachsener Meerschweinchen.
- Extrudate

Gut eignen
sich auch gemahlene (mit Hilfe einer elektrische Kaffeemühle z.B.)
Extrudate für Meerschweinchen (z.B.
Vitakraft Spezial "for kids", in Meerschwein-Kreisen oft als
"Böller" bezeichnet).
- Baby-Gemüsebrei

Mit diesen Breien lässt sich jeder Päppelbrei gesund
und gehaltvoll aufwerten.
Geeignet sind
alle Gemüsebrei-Sorten aus Fenchel, Erbsen, Karotten,
Kartoffeln, Mais, Zucchini etc..
Auf Obst-Breie sollte weitgehend verzichtet werden.
- Schmelzflocken

Eine
weitere, schmackhafte Zugabe sind Schmelzflocken. Sie sind zum einen
kalorienreich, zum anderen wird Brei mit Schmelzflocken-Anteil meist gern
angenommen. Als einziger Bestandteil des Päppelbreis sind Schmelzflocken
jedoch nicht zu empfehlen.
- Heu, gemahlen

Sofern das
Meerschweinchen trotz allem gut in der Lage ist zu kauen und gröbere
Stückchen abzuschlucken, empfiehlt es sich, mehr oder minder fein
gemahlenes Heu
(-> elektrische Kaffeemühle) unterzumischen!
- Fertigprodukte zum
Aufpäppeln
Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit mit speziell für
Nager entwickeltem Päppelbreie (Pulver zum
Anrühren) wie Critical Care oder Rodicare Instant
zuzufüttern. Diese Produkte
sind zunehmend in Tierarzt-Praxen oder z.B. auch bei
www.cavialand.de
erhältlich.
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Multivitamin-Präparat

Speziell wenn das Meerschwein noch sehr geschwächt ist,
sollte in den selbst gemischten Päppelbrei ein Mulitvitamin-Päparat (z.B.
Multibionta, in der Apotheke erhältlich) gegeben werden. Max.
10 Tropfen pro Tag
Zur Aufzucht von Meerschweinchen-Babys sind Fertigbreie wie Critcal
Care und Rodicare Instant nicht geeignet. Hier greift man besser auf
eine Mischung aus Heilnahrung und Baby-Gemüsebrei oder, bei wenigen Tagen
alten Babys, auch auf Welpen- oder Katzenaufzuchtmilch ohne Taurin-Zusatz (beim Tierarzt erhältlich)
zurück.
Beispiel für ein eigenes Päppelbrei-Rezept:
1 TL Heilnahrung
1 TL gemahlene Pellets
1 TL Schmelzflocken
1 TL Gemüsebrei
5 Tropfen Multibionta (Vitamin-Tropfen aus der Apotheke; max. 10 Tropfen/Tag)
Die Zutaten mit Wasser oder Tee (Fenchel-, Salbei-, bei
Kreislaufschwäche auch Schwarzer Tee) anrühren.
Isst das Meerschweinchen von sich aus kein Heu, ist aber in der Lage
gröberer Stückchen zu kauen und abzuschlucken, unbedingt auch gemahlenes
Heu untermischen. Dies ist v.a. bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum
hinweg
gepäppelt werden müssen, wichtig.
Muss ein Meerschweinchen über einen längeren Zeitraum hinweg
mit Päppelbrei ernährt werden, empfiehlt es sich ebenso die meist
angeschlagene Darmflora zu unterstützen!
Mehr zum Thema:
Aufbau der Darmflora
Hilfsmittel zum Zerkleinern von Futter,
kann z.B. bei Zahnerkrankungen oder -verlust nötig werden:
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