- Außenhaltung -
Ist das möglich?
-
Einzelhaltung - Kann
ich mein Meerschweinchen alleine halten?
-
Futter
- Reichen das handelsübliche Trockenfutter zur Ernährung?
-
Futterverweigerung - Es kann
nicht mehr fressen. Was nun?
-
Gehege-Größe - Wie groß sollte die
Mindestgrundfläche ?
- Heuschnupfen - Kann ich meine
Meerschweinchen auch ohne Heu ernähren?
-
Ja, unter folgenden
Voraussetzungen ist eine, auch ganzjährige, Außenhaltung möglich:
- ein wetterfester und raubzeugsicherer, ausreichend
großer Außenstall
- warme Unterschlüpfe im Stall
- gute Gesundheit der Meerschweinchen
- und ausreichende Gewöhnung an die Außenhaltung ab
Frühsommer
Uneingeschränkt ist die halbjährliche Außenhaltung von ~
April/Mail bis Oktober (je nach Witterung) zu empfehlen!
Wichtig ist ein witterungsfester (trocken und winddicht) Stall, an den
im besten Fall ein Freigehege angeschlossen ist. Die Verbindung von Gehege und
Stall sollte für die Schweinchen frei begehbar sein. Freigehege und Stall
müssen unbedingt gegen Hund/Katze/Marder/Fuchs, Ratte und Greifvögel gesichert
sein. Er muss daher sicher verschließbar und mit engmaschigem, stabilen Gitter
versehen sein. Wichtig ist ebenso eine ausreichende Beschattung von Stall und
Gehege!
Für die ganzjährige Außenhaltung ist zudem ein besonders geschützter Stall
notwendig. Die Wände und das Dach sollten isoliert (doppelwandig mit
Styropor-Lage z.B.), die offene Front teilweise verkleidet werden (z.B. mit
lichtdurchlässigen Doppelstegplatten), damit sich die Wärme ein wenig besser
halten und keine Zugluft entstehen kann. Jedoch unbedingt auf ausreichende
Belüftung achten! Die Luftfeuchte des Stalles muss so niedrig wie möglich
gehalten werden, da andernfalls Erkrankungen forciert werden. Daher auch auf
stets trockene Eintreu achten.
Der Stall muss zudem mit nicht zu kleinen Schlafhäusern bzw. -kisten aus Holz
bestückt werden, in die sich die Meerschweinchen zum Ruhen und bei großer
Kälte zurückziehen können.
Die winterliche Außenhaltung ist nur für gesunde, robuste Meerschweinchen
und bei intensiver Betreuung geeignet. Stroh und Streu müssen stets
trocken sein, Wasser darf auch bei großer Kälte nicht einfrieren, das Futter
muss besonders nahrhaft und stets verfügbar sein. Wem Misten bei Schneematsch,
Füttern im Dunkeln und Beschäftigung mit den Meerschweinchen bei Eiseskälte
nicht so den Spaß bereiten, sollte sich die winterliche Außenhaltung jedoch
noch einmal gut überlegen.
Ein Beispiel für die halbjährliche Außenhaltung
hier.
Zum Anfang der Seite
-
Einzelhaltung - Kann ich mein Meerschweinchen alleine halten?
Das soziale Gruppentier Meerschweinchen
sollte
niemals einzeln gehalten
werden. Die Mindest-Gruppengröße muss zwei Meerschweinchen umfassen.
Gleichgeschlechtliche Gruppen (Mädels oder Böcke) oder
Pärchenhaltung (Mädel und Kastrat) sind gleichermaßen möglich.
Unkastrierte Böcke dürfen nicht wahllos und schon gar nicht auf Dauer
mit ebenfalls unkastrierten Damen zusammen gehalten werden. Das führt zu
ungehemmter Vermehrung, das in erster Linie den Weibchen schadet.
Bei Zucht-Absichten muss sich der Besitzer unbedingt in Vorfeld schon Gedanken
über den Verbleib der Jungtiere, ausreichend Platz, erhöhte Tierarzt-, Streu-
und Futterkosten etc. machen. Ganz wichtig ist es, sich vorher genauestens
über die Zucht zu informieren! Speziell über die Zuchtreife des Weibchens
(nicht zu verwechseln mit der Geschlechtsreife) und Zuchteignung (Gesundheit,
Alter, Vererbung letaler Gene?) beider Elterntiere. Ganz egal ob mehrere oder
auch nur ein einziger Wurf geplant sind! Andernfalls geht man ein hohes Risiko
ein, sowohl das Weibchen als auch die Jungtiere zu verlieren.
Auch ein Kaninchen ist kein Ersatz für einen Artgenossen. Weder
Körper- noch Lautsprache von Meerschweinchen und Kaninchen, zwei völlig
artfremde Tiere, stimmen überein. Das führt im besten Fall zu einem
gelangweilten Nebeneinander, im schlimmsten Fall zu schweren Verletzungen oder
gar dem Tod eines der beiden Tiere (meist des Meerschweinchens, da Kaninchen
wesentlich wehrhafter sind).
Man sollte sich daher zu Gunsten der Tiere entscheiden und den eigenen
"Sammeltrieb" hinten anstellen, sofern nicht die Möglichkeit besteht, beiden
Tierarten je einen Artgenossen sowie eigene Ställe zu bieten.

Mehr zum Thema Vergesellschaftung:
hier
Mehr zum Thema Einzelhaltung:
www.schweinzelhaltung.de
Mehr zum Thema Zucht:
www.meerschweinchenzucht.cinderella.de. Zum Anfang der Seite
-
Futter - reicht das handelsübliches Trockenfutter zur
Ernährung?
Häufig entsteht beim Einsteiger
der Eindruck, dass die bunten Körnermischungen, die in der Werbung leider oft als
"Allein- bzw. Hauptfutter" angepriesen werden, für eine gesunde Ernährung
völlig ausreichend und wichtig , Heu und Frischfutter dagegen nur nettes
Beiwerk sind. Das trifft allerdings nicht zu.
Für eine artgerechte und gesunde Ernährung steht Heu an erster Stelle. Es muss
von guter Qualität und rund um die Uhr für die Meerschweinchen verfügbar sein.
An zweiter Stelle steht eine ausgewogene, mäßige Ernährung an Frischfutter,
bestehend aus Gemüse, wenig Obst, frischem Gras und Kräutern.
Trockenfutter sollte nur in Maßen gegeben werden. Dabei muss auf den Inhalt
geachtet werden. Handelsübliche Mischungen enthalten oft übermäßig viel
Getreide, Sonnenblumenkerne, ganze Maiskörner und viele bunte keksartige,
zuckerhaltige Krümel. Diese Mischungen, v.a. als "Alleinfutter" gereicht, sind
viel zu kalorienhaltig, belasten die Verdauung, die Organe sowie die
Zahngesundheit. Fettleibigkeit, Verfettung der inneren Organe (Leber, Herz),
Verdauungsprobleme (Durchfall, Verstopfung) und Zahnfehlstellungen
können die lebensbedrohlichen Folgen dieser artfremden Ernährung sein.
Mehr zum Thema Ernährung hier.
Zum Anfang der Seite
-
Wenn ein Meerschweinchen nicht mehr normal frisst, liegt oftmals eine Erkrankung der Zähne bzw. des Kiefers
vor. Weitere Anzeichen können Abmagerung, Kieferrenken beim Futtern, schief
abgenutzte oder zu lang gewachsene Schneidezähne, schwarze Verfärbung
derselben, versabbertes Kinn, Schmerzempfindlichkeit im Kopfbereich,
kleine, weiche Kot-Böhnchen, allgemeines Unwohlsein sein. Es können alle
Symptome gemeinsam auftreten (v.a. bei fortgeschrittenen Krankheitsverlauf)
oder nur ein Teil davon. Meerschweinchen-Zähne wachsen
ein Leben lang. Der korrekte Abrieb wird lediglich durch artgemäße Fütterung
gewährleistet.
Bei nicht ausreichendem Abrieb (sei es durch falsche Ernährung oder durch
Schmerzempfindlichkeit beim Kauen z.B. durch Zahnwurzelentzündungen etc.)
bilden sich zunächst Spitzen. Im weiteren Verlauf wachsen die unteren
Backenzähne in Richtung Zunge und können schließlich eine geschlossene Brücke
über der Zunge bilden. Die oberen Backenzähne dagegen sind nach außen geneigt
und wachsen letztendlich in die Wangen ein.
Wichtig ist es, bei ungeklärtem Krankheitsverlauf vom Tierarzt immer auch
einen gründliche Untersuchung des Mauls vornehmen zu lassen. Oft beginnen
langwierige Erkrankungen des Kauapparates mit unscheinbaren Zahnspitzen, die
jedoch auch schon zu erheblichen Beeinträchtigunge führen können. Schnell
entgleist das gesamte Gebiss, was unbehandelt unweigerlich zu einem qualvollen
Tod des Meerschweinchens führt. Zum Anfang der Seite
-
In der Regel wird zu einer Mindestgrundflläche von 120 cm x 60
cm für die Haltung zweier Meerschweinchen geraten. Flächenmäßig größere
Unterkünfte werden natürlich gerne angenommen, die Tiere sind bei entsprechend
anregender Gestaltung (verschiedene Unterstände, Häuschen, Röhren, Heuhaufen,
Äste etc.) wesentlich aktiver als in einem handelsüblichen Kaufkäfig bei
spartanischer Einrichtung.
Zum Anfang der Seite
-
Nein, das geht nicht.
Heu ist DAS Grundnahrungsmittel. Es ist sowohl für die gut
funktionierende Verdauung, als auch für gesunde Zähne ausgesprochen wichtig.
Auch durch Stroh läßt sich das Heu nicht längerfristig ersetzen, da ihm
die nötigen Nährstoffe und Mineralien fehlen.
Heucops sind ebenfalls keine Alternative für die Heufütterung. Cops sind
gepresste Gräser. Das Meerschweinchen futtert dieselbe Menge Heu in Form eines
Cops wesentlich schneller, da das Heu nicht Halm für Halm aufgelesen und
zermalen werden muß. Das geht sowohl zu Lasten der Zahngesundheit (Zähne
werden nicht ausreichend beansprucht), als auch auf die Verdauung (statt
stetem Nachschub Halm für Halm, wird der Magen innerhalb kurzer Zeit gefüllt,
zudem quillt das Futter in Magen noch ein wenig nach).
Wird der Halter von Heuschnupfen geplagt, empfiehlt sich
zumindest die Innenhaltung nicht. Außenhaltung kann je eine Alternative sein.
Zum Anfang der Seite
-
Fortsetzung folgt
Zum Anfang der Seite
|
|